Gesamtansicht der Kranteile
marode Holzverkleidung
Arbeit am Maschinenhaus
Ansicht Maschinenhaus
restauriertes Knotenblech
Rückansicht Maschinenhaus
Steuerstand

Die Restaurierung

Nachdem der Kran zerlegt war und man die Teile aus der Nähe betrachten konnte, sah man, dass einiges in einem noch schlechteren Zustand war, als angenommen. Vor allem das Windenhaus war durch die Witterung stark in Mitleidenschaft gezogen worden. Das Dach war mit den Jahren undicht geworden und das eindringende Wasser staute sich im Innenraum, da es keine Ablauflöcher gab. Dadurch war der Boden des Windenhauses an vielen Stellen durchgerostet. Auch die Holzverkleidung hatte entsprechend gelitten. Am Ausleger und am Portal gab es ebenfalls viele Durchrostungen, da einige Teile so gestaltet waren, dass sich das Wasser in den Profilen sammelte und nicht ablaufen konnte.

Die Restaurierung begann mit dem Windenhaus. Unter der Aufsicht und der tatkräftigen Unterstützung von Herrn Remstädt begannen vier Teilnehmer von der SBB (Stiftung Berufliche Bildung), einem Qualifizierungsträger für Langzeitarbeitslose, damit, zunächst die Holzverkleidung vom Windenhaus zu entfernen. Diese war nicht zu retten und muss komplett ersetzt werden.

Die gesamte Konstruktion wurde bis auf das Gerippe zerlegt. Dann wurden vor allem die Eckpunkte, Knotenbleche und tragenden Teile auf ihre Wiederverwendbarkeit hin untersucht. Die Teile, die zu stark verrostet waren werden punktuell herausgetrennt und durch neue Bleche ersetzt. So arbeiten sich die Mitarbeiter Stück für Stück von unten nach oben durch das Windenhaus. Diese Arbeiten dauern nach wie vor an, da ein beträchtlicher Teil der Stahlkonstruktion ersetzt werden muss und man bei der Restaurierung großen Wert auf gute Qualität legt. Schließlich soll der Kran noch viele Jahre am Stader Hafen stehen.

Wenn die Stahlkonstruktion am Windenhaus fertig ist, wird eine neue Holzverkleidung gebaut. Die Fensterscheiben sollen wieder verwendet werden. Schließlich wird ein neues Gegengewicht angefertigt, dass deutlich leichter ausfallen kann, da der Kran nicht mehr zum Heben von Lasten genutzt werden wird. Mit dem Portal und dem Ausleger wird anschließend ähnlich verfahren werden, wie mit dem Windenhaus. Auch hier muss die gesamte Stahlkonstruktion überprüft und stückweise ausgetauscht werden. Abschließend wird der jetzt noch blaue Kran wieder in seinen Originalfarben gestrichen, d.h. die Stahlteile in grau und die Holzverkleidung am Windenhaus in grün.

Bis der Kran wieder an seinem alten Standort aufgestellt werden kann, wird noch etwa ein Jahr vergehen. Für den Wiederaufbau ist geplant, dass der Kran seinen Fahrschemel zurück erhält. Wie oben erwähnt, war der Kran Ende der 50er Jahre stillgesetzt worden, da das Verfahren fast direkt auf der Kaimauer diese zu stark belastete. Der Kran wird zwar auch zukünftig nicht mehr fahren können, doch aus optischen Gründen soll der alte Zustand zumindest baulich wieder hergestellt werden. Die Räder werden blockiert, um ein Wegrollen des Krans zu verhindern.

Derzeit noch mit einem großen Fragezeichen behaftet ist die Frage, ob der Kran eingeschränkt wieder funktionstüchtig werden wird. Ein regulärer Betrieb ist dabei nicht geplant und wäre auch kaum durchführbar. Der Kran würde nach modernen Sicherheitsauflagen beurteilt werden. Ohne große bauliche Änderungen wären diese jedoch nicht umzusetzen, was zu Lasten des angestrebten optischen Originalzustandes ginge. Beispielsweise müsste zwischen Windenraum und Führerstand eine feuerfeste Trennwand eingezogen werden. Dies ist nicht vorgesehen.

Es wird jedoch darüber nachgedacht, zu bestimmten Anlässen (z.B. Hafengeburtstag) einige Funktionen des Krans vorzuführen. Man könnte zu Demonstrationszwecken den Haken ohne Last heben und senken, oder sogar den Ausleger schwenken. Doch zunächst muss die Möglichkeit geklärt werden, für einen solchen kurzzeitigen Vorführbetrieb eine Genehmigung zu bekommen, ohne die modernen Sicherheitsbestimmungen (s.o.) erfüllen zu müssen. Des weiteren muss die technische Machbarkeit dieser Idee geprüft werden. Die elektrischen Antriebsmotoren für Winden und Schwenkwerk sind noch im Kran vorhanden. Jedoch ist nicht bekannt, wie groß der Aufwand ist, diese wieder betriebsbereit zu machen.

Doch selbst wenn sich diese Idee nicht umsetzen lassen sollte, wird der Kran auf jeden Fall als ein wichtiges maritimes Denkmal an den Hafen zurückkehren und hoffentlich noch viele Jahre an die Bedeutung des Stader Hafens für den Güterumschlag in der Region erinnern.

Fotos vom Stand der Restaurierung 28. Mai 2008